MAY-Bs Filamentguide

Um den perfekten 3D-Druck zu erhalten braucht man das ideale Material für das Anwendungsgebiet. Inzwischen gibt aber es eine große Menge verschiedener Materialen, da kann man schnell den Überblick verlieren und das perfekte Material übersehen. Damit das nicht passiert, haben wir unseren MAY-B Filamentguide geschrieben. Hier stellen wir euch nach und nach die verschiedenen Filamente und ihre Eigenschaften vor. Also schaut regelmäßig in unseren Blog oder meldet euch bei unserem Newsletter an, um immer auf dem Laufenden zu bleiben!

GreenTEC Pro:

GreenTEC Pro ist ein absoluter Alleskönner und für uns ein absoluter Star unter den Filamenten. Die erste Eigenschaft, die einen begeistert ist, dass GreenTEC Pro zu 100% ökologisch ist, aus nachwachsenden, naturreinen Rohstoffen besteht und CO2 neutral ist. Natürlich besteht PLA auch aus nachwachsenden Rohstoffen, aber im Gegensatz zu PLA ist GreenTEC Pro wirklich kompostierbar und nicht nur unter idealen, industriellen Bedingungen.

Außerdem ist das von der österreichischen Firma Extrudr entwickelte Filament leicht zu verarbeiten und temperaturbeständig bis 160°C. Es ist in den Punkten Härte und Dehnung außerdem PLA, ABS und PETG überlegen. Und durch das geringe Warpingrisiko und kaum bis kein Schrumpfen ist das Drucken problemlos möglich.

Durch die Eigenschaften von GreenTEC Pro und seiner hohen mechanischen Beständigkeit ist es vor allem für hoch beanspruchte Objekte oder temperaturbeständige Objekte geeignet. Außerdem kann man das Filament auch in Bereichen einsetzen, in denen das Objekt mit Lebensmitteln in Kontakt kommt, da das Filament lebensmittelecht ist.

Empfohlene Drucktemperatur: 190-250°C

 

PLA:

PLA (Polyactide Acid) ist durch die unkomplizierte Verarbeitung eines der beliebtesten Filamente im 3D-Druck. Es ist ein synthetisches Polymere und wird aus regenerativen Quellen, wie z.B. Maisstärke oder Kartoffelstärke, hergestellt. Dadurch ist es übrigens auch biologisch abbaubar.

Insgesamt hat PLA viele positive Eigenschaften. So ist es nicht nur einfach zu drucken, sondern auch einfach zu lagern, da es kaum bis keine Feuchtigkeit zieht. Beim drucken selbst hat man wenig bis keine Probleme mit Warping oder Verzug. Ein weiterer Vorteil ist, dass PLA geruchsneutral ist. Beim Drucken sollte man jedoch beachten, dass PLA zwar einen niedrigen Schmelzpunkt hat, aber auch nur langsam abkühlt, weshalb es sinnvoll ist einen Lüfter laufen zu lassen. 

Mit PLA kann man robuste, aber spröde Drucke herstellen. Besonders häufig wird PLA für Prototypen, Modelle oder Spielzeuge benutzt. Nicht verwenden sollte man es für Druckobjekte, die temperatur- oder wetterbeständig sein sollen, da PLA nur bis 65°C Formbeständig ist.

Empfohlene Drucktemperatur: 180-230°C

Empfohlene Druckbett-Temperatur: garkeins oder 20-60°C

 

ABS:

ABS (Acrylonitril-Butadien-Styrol) ist nach PLA das am zweit meisten Verwendete Filament. Es ist insgesamt schwieriger zu verarbeiten als PLA, hat dafür aber auch insgesamt bessere Eigenschaften. ABS wird aus Erdöl hergestellt und ist nicht biologisch abbaubar. Im Altag kennt man ABS vor allem von Haushaltswaren, Fahrradhelmen oder LEGO-Steinen.

Die Verarbeitung von ABS ist schwieriger als die von PLA. ABS tendiert zum Warping. Um dies zu verhindern ist es sinnvoll ein beheiztes Druckbett, einen abgeschossenen Bauraum oder eine Dauerdruckplatte zu verwenden, um die Haftung des Druckobjektes zu verbessern. Ein abgeschlossener Bauraum ist auch daher sinnvoll, auch, weil bei dem Druck von ABS Dämpfe entstehen. Man sollte es deshalb nur in einem gut gelüfteten Raum oder unter einem Abzug drucken.

ABS besitzt eine sehr gute Schlag- und Kratzfestigkeit. Außerdem ist es witterungsbeständiger als PLA und temperaturbeständiger. Wenn man die beden Materialien miteinander vergleicht, ist PLA härter und spröder, während ABS weicher, leichter plastisch verformbar und besser nachzubearbeiten.

Bei der Nachbearbeitung ist ABS ein sehr dankbares Material. Durch die guten Schlagzähigkeits-Eigenschaften ist fräsen, bohren, drehen oder beschichten kein Problem.

Empfohlene Drucktemperatur: 210 – 250 °C

Empfohlene Druckbett-Temperatur: 80 – 110 °C

 

PETG:

PETG besteht aus mit Glykol modifiziertem PET. PET (Polyethylenerephtalar) kennt man vor allem aus recycelbaren PET Flaschen. Es  ist der beliebteste termoplastische Kunststoff der Welt. Für den 3D-Druck modifiziert man PET mit Glykol, um einen niedrigen Schmelzpunkt und geringere Kristallisation zu erhalten.

PETG hat eine hohe Transparenz und eine niedrige Viskosität. Letzteres vereinfacht den Druckprozess und sorgt dafür, dass man PETG mit hohen Geschwindigkeiten drucken kann. Bis zu 100 mm/s sind erreichbar. Insgesamt erhält man mit PETG schnelle und zuverlässige Druckergebnisse. Ähnlich wie bei PLA gibt es nahezu kein Warpingrisiko und es ist geruchslos zu drucken. Das einzige worauf man bei PETG achten sollte ist, dass es hygroskopisch ist. Das heißte es absorbiert Feuchtigkeit aus der Luft. Also, PETG lieber kühl und trocken lagern!

Insgesamt wird PETG oft als Mittelweg zwischen PLA und ABS angesehen. Es ist flexibler und haltbarer als PLA, aber einfacher zu drucken als ABS. Insgesamt ist PETG witterungsbeständig, hat eine hohe Schlagzähigkeit, ist flexibel, hat eine hohe Festigkeit, ist temperaturbeständig und belastbar. PETG ist ein wirklicher Allrounder. Es eignet sich vor allem für mechanische Bauteile, Druckerteile, Protektoren oder für Objekte für draußen.

Zur Nachbearbeitung sollte man das Objekt schleifen und dann mit Klarlack oder Epoxidharz überziehen.

Empfohlene Drucktemperatur: 220 – 250 °C

Empfohlene Druckbett-Temperatur: 50 – 75 °C

Hinterlassen Sie einen Kommentar